Junioren-WM Athen 2017

Vom 17. bis zum 19. März fanden in diesem Jahr die Junioren-Weltmeisterschaften im Ju-Jutsu in Athen statt. Unsere Kämpferin Sarah-Ann Barsuhn durfte als Kaderathletin des Bundeskaders daran teilnehmen. Hier ein paar Zeitungsartikel dazu.

Artikel im Winsener Anzeiger v. 25. März 2017

Bronze durch Hansekomake

Sarah-Ann Barsuhn hatte die ihr zustehende Behandlungszeit von zwei Minuten schon voll ausgeschöpft. Ein Würgegriff ihrer ukrainischen Gegnerin hatte sie am Kehlkopf verletzt, die 16-jährige aus Rottorf bekam keine Luft mehr. „Der Kampfrichter hat mich danach schon ermahnt, vorsichtiger zu kämpfen“, erinnert sich die Ju-Jutsu-Kämpferin. Ihre Gegnerin sah bereits wie die sichere Siegerin aus. Doch dann zog sie zweimal mit Schlägen ins Gesicht voll durch, statt wie es Vorschrift ist, an der Nase zu stoppen und die Faust zurückzuziehen. „Hansekomake“ – Disqualifikation für die Ukrainerin! Und damit war klar: Sarah-Ann Barsuhn vom MTV Rottorf sicherte für Deutschland die Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften (WM) der Ju-Jutsu-Junioren in Athen!
Am Donnerstagabend bereitete ihr Heimatverein im Klubheim am Roddaustadion ihrer zweiten WM-Medaillengewinnen nach Sarah Sophie Danker einen Überraschungsempfang. Mit dabei waren nicht nur die Trainer Andrea und Stefan Sadowski und ihre Trainingsgruppe, sondern auch MTV-Vorsitzende Jana Schimanski, Sarah-Anns Familie und ihre Freundinnen aus der Jugendgruppe des MTV. Der 16-jährigen Wirtschaftsgymnasiastin kriegte das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht, auch wenn Mama Sabine, Trainerin Andrea und ihre Freudinnen vor Glück eher mit Tränen zu kämpfen hatten.
„Es ist echt sein schlechtes Gefühl, wenn man nicht live dabei sein kann“, erklärte Andrea Sadowski, Mutter von Sarah Danker. Sie hatte versucht, einen Tag vor dem Wettkampf noch kurzfristig einen Flug zu ergattern, scheiterte damit aber. „Egal ob es das eigene Kind ist oder nicht – wenn die Mädchen so in der Fremde alleine kämpfen … Aber wir wissen, dass sie im Bundeskader gut aufgehoben sind.“
Im Kampf ist Sarah-Annviel cooler geworden Sarah-Anns Papa Ulf ließ es sich nicht nehmen, seine Tochter zu begleiten. Blut und Wasser habe er in Athen geschwitzt, gesteht er und ist mächtig stolz auf die Entwicklung von Sarah-Ann: „Sie ist im Kämpfen viel überlegter und cooler geworden.“ Tatsächlich bestätigt Sarah-Ann: „So super aufgeregt war ich gar nicht.“ Und dass, obwohl sie zum ersten Male überhaupt mit dem Bundesadler auf der Matte stand. Ihren zweiten Kampf gegen die spätere Weltmeisterin aus der Ukraine musste die zierliche Rottorferin, die in der Klasse bis 48 kg kämpft, abgeben. „Die hatte einfach mehr internationale Erfahrung und war schon Europameisterin“, sagt Sarah-Ann. Da will die 16-Jährige erst noch hin: Im Oktober geht es nach Bukarest. Aber mit Rang 3 bei der WM hat sie ihre Nominierung für den Bundeskader voll bestätigt. Die zweite Deutsche in dieser Gewichtsklasse holte übrigens Silber. Beide Mädchen sorgten somit dafür, dass Deutschland in der Nationenwertung Rang 2 belegte.
Beim MTV Rottorf verfolgten alle Sarah-Anns Bronze-Kampf in der Halle. Der Jubel war riesig. „Du hast uns so stolz gemacht“, lobte Jana Schimanski jetzt Sarah-Ann im Namen des Vereins. „WM-Bronze – und das am Abend unserer Jahreshauptversammlung!“
Kreativer Kopf voller Lebensfreude Sarah-Anns Freundinnen aus der Jugendgruppe des MTV, die sich bei Vereins- und Dorffesten engagiert, rechnen sich übrigens einen Teil des Erfolgs selbst zu: „Wir haben in der Woche vor dem Wettkampf nochmal einen ganzen Nachmittag ein Extra-Tanztraining eingelegt. Das hat Kondition gebracht“, meinten die Mädchen lachend. Alle haben die Sportassistenten-Ausbildung gemacht – auch Sarah-Ann, die beim Kindertanz unterstützt. Was ihre Freundin ausmache? „Sarah-Ann ist super kreativ, wenn es um Spielideen oder Choreographien geht. Und die Kinder lieben sie, weil sie einfach totale Lebensfreude ausstrahlt!“
Bevor Sarah-Ann nach Athen startete, hat sie sich nochmal auf die Waage gestellt. „Das war voll knapp. Deswegen habe ich im Flugzeug vorsichtshalber nichts gegessen“, berichtet sie grinsend. Beim Wiegen in Athen lag sie dann aber deutlich unter 47 kg. „Da gab es dann gleich einen Schokoriegel.“ Von Nudeln, ihrem Leibgericht, will die 16-Jährige erstmal nichts wissen: „Die gab es in Athen jeden Tag. Und ich hatte mich so auf Zaziki gefreut!“
„Der tollste Moment war für mich, die Siegerehrung. Von Scheinwerfern angestrahlt, durch die riesige Halle auf das Siegerpodest zuzulaufen, das war einmalig“, schildert Sarah-Ann ihren Gänsehautmoment. „Jetzt will ich mehr. Die Bronzemedaile gibt mir einen tollen Motivationsschub.“

Der Artikel beim Facebook-Angebot des Winsener Anzeiger.

Artikel im Winsener Anzeiger v. 14. März 2017

Sarah-Ann: 48 Kilo geballte Kraft

Der Name Sarah ist beim MTV Rottorf irgendwie Programm – zumindest in der Ju-Jutsu-Abteilung: Nach Sarah Sophie Danker, mehrfache Deutsche Meisterin und Vize-Europameisterin, macht nun ein weiteres Kampfsporttalent auf sich aufmerksam: Sarah-Ann Barsuhn.
Die 16-Jährige sicherte sich im vergangenen Jahr den Titel bei den German Open. Der Sieg bei dem internationalen Wettkampf auf Schalke ebnete dem 48-Kilo-Floh den Weg in den Bundeskader. „Ich hab danach eine Einladung zur Sichtung bekommen“, erzählt die Schülerin. Beim Schlagen und Treten sowie im Bodenkampf hinterließ Sarah-Ann offenbar einen ziemlich guten Eindruck, sodass sie für 2017 in den Bundeskader aufgenommen wurde.
Und nun wartet gleich mal ein internationales Top-Ereignis: die Junioren-Weltmeisterschaft
<wbr />en in Athen. „Klar, freue ich mich, dort dabei zu sein“, sagt das zierliche Persönchen mit den beiden geflochten Zöpfen. „Ich will dort einfach mein Bestes geben. Und wer weiß, was dann geht.“
Die Basis für den Erfolg legen ihre Heimtrainer Andrea und Stefan Sadowski. „Der Sieg bei den German Open kam ein bisschen überraschend, weil Sarah-Ann davor länger am Knie verletzt war“, erinnern sich die Coachs. Sarah-Anns Pluspunkt: Sie kann Traineranweisungen technisch gut umsetzen. Aber, fügen die Trainer lachend an, das Talent brauche auch immer mal wieder einen Anschubser, noch mehr aus sich rauszuholen.
„Am meisten macht mir eigentlich der Part 1 Spaß“, schildert Sarah-Ann. Damit ist das Schlagen und Treten gemeint. Part 2 umfasst das Werfen, Part 3 den Bodenkampf mit Hebel- und Würfegriffen. Klar, sei sie hart im Nehmen. „Das gehört beim Ju-Jutsu eben dazu. Und im Kampf überdeckt das Adrenalin manchen Schmerz“, meint der Grüngurt. „Das Kämpfen macht hier beim MTV Rottorf einfach richtig Spaß. Das Team ist klasse, die Unterstützung im Verein großartig.“
Auf ihre Einsatzbereitschaft kann sich nicht nur die Ju-Jutsu-Abteilung verlassen: Sarah-Ann Barsuhn ist auch in der Rottorfer Feuerwehr aktiv und hilft beim Kindertanzen im MTV Rottorf.

Der Artikel beim Facebook-Angebot des Winsener Anzeiger.

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